Babytragen für Neugeborene: Wie gelingt der Start in die Tragezeit?

05.05.2021 10:42
Babytragen für Neugeborene und Babys

Ein Gastbeitrag von Herzenseltern.de

Herzenseltern.de

Liebe Tragefreunde,
ich bin Jenny von Herzenseltern. Ich bin selbst Mutter zweier wunderbarer Töchter. Die Liebe zum Tragen haben wir bereits seit unserem ersten Kind entdeckt und seitdem reichlich Erfahrungen sammeln können, welche wir auch auf unserer Seite weitergeben. Dort schreiben wir zu Themen rund ums Familienleben. Dabei arbeiten wir mit Experten des jeweiligen Gebiets zusammen, welche unsere Artikel stets fachkundig unterstützen oder gar selbst schreiben. Da wir allesamt von Herzen Eltern sind, legen wir dabei großen Wert auf eine bedürfnisorientierte Sichtweise.

So gelingt der Start in die Tragezeit

Eine Babytrage oder ein Tragetuch ist eine große Unterstützung nach der Geburt. Neugeborene können darin von Anfang an bei Mama und Papa sein und gleichzeitig alles in geschützter Umgebung miterleben. Zudem können Mama und Papa die Herausforderungen des Alltags bestreiten. Um das ungehindert tun zu können, zeigen wir dir, welche Tragen sich besonders eignen, wenn unmittelbar ab Geburt getragen werden möchte. Außerdem gehen wir auf Hintergründe ein und räumen hartnäckige Mythen und Fragen aus dem Weg!

Gleich vorab das Wichtigste in Kürze:

  • Babys sind Traglinge und lieben es in der Regel, getragen zu werden.
  • Bis auf wenige Ausnahmen - wie z.B die Onbu - ist die Wahl des Tragesystems beim Tragen ab Geburt letztlich Geschmackssache. Das gilt auch für die Entscheidung: Babytrage oder Tragetuch.
  • Das Baby sollte in Anhock-Spreiz-Haltung und stets mit Blickrichtung zum Tragenden getragen werden - Herz an Herz, Bauch an Bauch - ist die Devise.

Babytragen für Neugeborene von Hoppediz

 
Primeo Babytrage

PRIMEO

Bondolino Babytrage

BONDOLINO

Nabaca Babytrage

NABACA

Hop-Tye Babytrage

Hop-TYE

Elastisches Tragetuch

ELASTISCHES TRAGETUCH

Ring-Sling

RING-SLING

Passende Tragesysteme

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Tragesystemen. Aber nicht jedes System eignet sich für das Tragen eines Neugeborenen, daher zeigen wir im Folgenden, welche Systeme grundsätzlich für das Tragen ab Geburt in Frage kommen und geben konkrete Beispiele anhand der Hoppediz Modelle:

  • Full-Buckle: Babytrage, die ausschließlich mit Schnallen (engl. buckle) geschlossen wird. Ideal hierfür die Primeo.
  • Half-Buckle: Babytrage, dessen Hüftgurt mit Schnallen/Klett geschlossen wird und dessen Träger gebunden werden. Ideal hierfür die Hop-Tye Buckle, Bondolino oder die Nabaca.
  • Mei Tai: Babytrage, dessen Hüftgurt und Träger gebunden werden. Ideal hierfür die Hop-Tye Conversion.
  • Tragetuch: Eine einzige feste oder elastische Tuchbahn, die auf verschiedene Weisen gebunden werden kann. Ideal hierfür das klassisch gewebte Tragetuch, das elastische Tragetuch oder das spezielle Frühchentuch für Frühstarter.
  • Sling: Ein Tuch, welches mit einem Ringmechanismus angelegt wird. Ideal hierfür die Ring-Sling.

Wie bereits erwähnt, eignen sich die genannten Systeme und Modelle grundsätzlich für das Tragen ab Geburt. Da es sich jedoch nicht um eine abschließende Liste handelt und es im Trage-Kosmos mehr zu entdecken gibt, findest du weiterführende Infos zu Babytragen und Tragesystemen bei Herzenseltern.

Ist die Entscheidung bzgl. dem Lieblings-Babytragesystem gefallen, steht dem Genuss nachfolgender Vorzüge nichts im Wege.

Vorteile des Tragens:

  1. Geborgen und Sicher: Insbesondere nach der Geburt ist die Nähe zu Mama und Papa sehr wichtig – Stichwort Bonding. Die Nähe vermittelt Sicherheit und Vertrauen und nachweislich weinen Babys, die getragen werden, weniger.
  2. Gestärkte Vater-Kind-Beziehung: Anknüpfend an Punkt 1 haben Papas durch das Tragen des Neugeborenen die Möglichkeit, bereits von Beginn an eine feste Beziehung zu Ihrem Kind aufzubauen.
  3. Schnelles Reagieren: Durch die direkte Nähe zu Mama und Papa können die Bedürfnisse der Kleinen unmittelbar erkannt und schneller gestillt werden.
  4. Entwicklungsunterstützend: Die stete Bewegung in Kombination mit der vertikalen Haltung unterstützt das Gleichgewichtsempfinden und die Entwicklung motorischer Fähigkeiten des Säuglings. Zudem wird die Reifung der Hüfte und die natürliche Rundung der kindlichen Wirbelsäule unterstützt.
  5. Weniger Koliken: Die aufrechte Haltung hilft Koliken vorzubeugen, indem das Aufstoßen erleichtert und die Verdauung unterstützt wird.
  6. Frei und flexibel: Die Hände des Tragenden sind frei und der Alltag kann nahezu ungehindert bewältigt werden.

Das hört sich doch gut an, nicht wahr? Finden wir auch. Aber es steckt noch mehr dahinter und das wird klar, wenn wir den Fokus etwas weiter fassen.

Warum es absolut Sinn macht, Babys in der Babytrage oder dem Tragetuch zu tragen

Eine wichtige Information, die diesem Artikel und dem Thema im Gesamten einen bedeutungsvollen Rahmen gibt, ist auf unsere Evolution zurückzuführen. Denn evolutionär betrachtet sind Babys Traglinge. Dies können wir im Übrigen leicht erkennen, wenn wir unsere biologischen Vorfahren genauer betrachten.

Doch was fangen wir mit der Information an?

Zunächst heißt das schlicht, dass das Tragen für Eltern als auch für Babys eine ganz natürliche Sache ist und es somit in unserer Natur liegt, unsere Kinder von klein auf zu tragen. Die Voraussetzungen könnten also besser nicht sein!

Leider gelingt das Tragen unmittelbar nach der Geburt trotz dessen nicht immer auf Anhieb. Dies ist jedoch noch kein Grund zum Verzweifeln. In dem Beitrag - Mein Kind will nicht getragen werden - wird näher auf diesen Umstand eingegangen und erklärt, was dahinter stecken könnte und wie damit umgegangen werden kann.

Ganz wichtig: frühes Tragen heißt nicht Verwöhnen

Um dir vollends die Gewissheit zu geben, dein Baby mit gutem Gewissen möglichst früh in der Babytrage oder dem Tuch zu tragen, brechen wir den Irrglauben, dass wir damit unsere Kinder Verwöhnen könnten.

Denn das ist insbesondere in der frühen Lebensphase des Kindes nicht der Fall, stattdessen tun wir Gutes - Das Bedürfnis nach Nähe ist eines der Grundbedürfnisse eines Babys, das übrigens, wie wir wissen, auch ein Tragling ist. Wenn wir diesem Bedürfnis im Rahmen unserer Möglichkeiten nachkommen, werden die besten Voraussetzungen geschaffen, dass das Baby rasch zu einem zufriedenen, selbstständigen und selbstsicheren Kind heranwächst.

Und wer will das nicht? Wir finden, das ist ein guter Start für ein heranwachsendes Baby.

Und Damit euch der Start in die Tragezeit mühelos gelingt, gibt es an dieser Stelle noch ein paar Hinweise, die helfen, euer Baby von Geburt an bedenkenlos bei euch zu tragen:

Schenke folgenden Aspekten beim Tragen eines Babys besondere Beachtung:

Der Steg: Ein stufenlos verstellbarer Steg, der durch die Anpassbarkeit stets von Kniekehle zu Kniekehle des Babys reicht, ist quasi Pflicht. Das gelingt mit einer guten Babytrage, sowie jedem Tragetuch.

Das Material: Achtet auf das Material. Dieses sollte frei von Schadstoffen sein, da Babys gerne am Stoff nuckeln. Mehr über die Qualität der Hoppediz Produkte und Stoffe.

Eng am Körper tragen: Generell sollte sich das Baby eng anliegend am Körper des Tragenden befinden. Im Falle einer Babytrage ist das Einstellungssache. Beim Tragetuch sollte das Binden gut geübt sein, denn dieses sollte niemals zu locker gebunden werden.

Freie Atemwege: Beim engen Anlegen sollte darauf geachtet werden, dass die Atemwege immer frei sind.

Den Kopf stützen: Neugeborene können den Kopf noch nicht selbständig halten, daher ist es sehr wichtig, den Kopf zu stützen und zu sichern.

Der Rundrücken: Generell, aber insbesondere bei Babys, sollte auf den Rücken geachtet werden. Das ist die natürliche Haltung des Babys. Die Babytrage sollte diese Haltung adäquat unterstützen und nicht gegen sie arbeiten.

Das sind die groben Punkte. Sollten dennoch Fragen offen bleiben, helfen nachfolgende Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Tragen eines Neugeborenen bzw. Tragen in der Zeit nach der Geburt sicherlich weiter.

Was gibt es sonst noch zu wissen? Hier findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen

Du kannst dies sowohl in einem gewebten als auch in einem elastischen Tragetuch tun. Beide können perfekt angepasst werden und schmiegen sich an, wie eine zweite Haut. Gerade für Neugeborene und für das komplette erste halbe bis dreiviertel Lebensjahr eignet sich ein elastisches Tragetuch besonders gut. Dieses lässt sich mühelos vorbinden und das Baby kann in das bereits gebundene Tuch hineingesetzt werden. Perfekt, schnell und unkompliziert. Für Frühstarter gibt es das speziell abgestimmte Frühchentuch. Auf der anderen Seite bietet sich ein klassisch gewebtes Tragetuch an, wenn ein Tuch für die gesamte Tragezeit gesucht wird und mehr Möglichkeiten zum Binden gewünscht werden.

Schau dir hierzu am besten die Bindanleitung von Hoppediz an. Dort findest du die perfekte Anleitung im Videoformat, wie du ein elastisches Tragetuch schnell und einfach vorbinden kannst.

Die wichtigsten Dinge auf die du achten solltest:

  • Dein Baby sitzt in Anhock-Spreiz-Haltung
  • Dein Baby befindet sich auf Kopf-Kuss-Höhe
  • Tragehilfe und Baby liegen eng an deinem Körper an
  • Der Kopf und/oder Nacken deines Babys ist gut gestützt
  • Die Atemwege deines Babys sind immer frei

Ja! Das ist mit etwas Übung sowohl in einer Babytrage als auch im Tragetuch möglich.

Wenn du dich gut und fit fühlst, und es deinem Baby auch gut geht, kannst du dein Baby direkt nach der Geburt ohne Probleme tragen. Achte und höre dabei auf deinen Körper und lege öfter mal eine kleine Pause ein.

Nein! Trage dein Baby bitte niemals “face out”, d.h. mit dem Rücken des Kindes an deinem Bauch und das Gesicht des Babys nach vorne von dir weg. Dies ist komplett unphysiologisch und daher sehr schlecht für den Rücken und die Hüfte deines Babys.

Außerdem kann es für dein Baby zu einer Reizüberflutung kommen, da es den Sinneseindrücken schutzlos ausgeliefert ist und es sich in diesem Moment nicht selbst zurückziehen kann. Trage dein Baby daher bitte immer mit Blick zum Tragenden. Wird es deinem Baby zu viel, kann es sich zurückziehen, indem es sich einfach mit dem Gesicht an deine Brust kuscheln. So kann sich dein Baby entspannt in den Schlaf verabschieden. Es fühlt sich geschützt und geborgen.

Grundsätzlich:

  • Denke daran, dass die Tragehilfe eine Kleidungsschicht ersetzt und das Baby somit zusätzlich wärmt.
  • Dein Baby gibt sehr viel Wärme ab und wirkt wie eine kleine Heizung.

Im Sommer:

  • Zieht euch nicht zu warm an, weder dich noch dein Baby.
  • Wolle-Seide-Kleider ermöglichen dem Baby beispielsweise einen guten Wärmeaustausch.
  • Bei starker, direkter Sonne immer den Kopf, die Beine und ggf. auch die Arme, bedecken.

Im Winter:

Wir hoffen, du konntest etwas Wertvolles für dich mitnehmen und hast Lust, dein Baby zu tragen - ganz nah am Herzen. Wir liebten es auf jeden Fall, unsere Kinder in den Schlaf zu tanzen und mit ihnen durchs Leben zu spazieren und blicken insgesamt auf eine tolle Tragezeit zurück.