„Schreien lassen kräftigt die Lunge."

29.10.2020 15:57
Schreien lassen kräftigt die Lunge

Leider, leider müssen sich Eltern auch heute noch dieser furchtbaren Aussage stellen und sich dafür rechtfertigen, wenn sie ihr Kind eben nicht schreien lassen, sondern sofort reagieren wenn es weint.

Diese Aussage stammt ebenso von Johanna Haarer, wie das das Kind "verzärtelt und verweichtlicht" werde, bei zu viel Mutterliebe .... Auch hier in der Aussage wird die Angst geschürt, das Kind würde verwöhnt werden, wenn man sofort auf das Weinen des Kindes reagiert.

Leider ist auch heute noch der "Geist des Verwöhnens" in vielen Köpfen unserer Eltern und Großeltern stark verankert; ja es wurde Ihnen so anerzogen und das sogar über 2 Generationen hinweg ...

Wie sehen denn hier jetzt eigentlich die Fakten aus?


Erst mal, es ist weder wissenschaftlich, noch medizinisch haltbar, dass schreien tatsächlich die Lungen kräftigt. Es ist schlichtweg Blödsinn! Bereits der erste Schrei nach der Entbindung eines reif geborenen Babys setzt die Lunge frei. Mehr schreien ist dafür nicht notwendig. Soviel zum Physiologischen.


Emotionale Grausamkeit- klingt hart, ist es auch! Nur leider ist es genau DAS, was kontrolliertes Schreienlassen wirklich für das Baby IST. 
Es wäre selbst nicht übertrieben, von unterlassener Hilfeleistung zu sprechen, da Babys NIEMALS ohne Grund weinen. Ein Weinen eines Säuglings hat immer einen Grund. Babys sind eben keine kleinen Tyrannen, die uns mürbe machen wollen, sondern sie haben nur ein Mittel, sich mitzuteilen- und das ist das Weinen.


Kontrolliertes Schreienlassen ist nur einem Zweck dienlich, nämlich das Urvertrauen des Kindes zu zerstören. Wenn das Kind weint und somit ein Bedürfnis mitteilt und daraufhin auf das Weinen nicht reagiert wird, wird damit auch die Beziehung und die Bindung zum Kind massiv und nachhaltig gestört.


Für das Kind ist das Schreienlassen gleichzusetzen mit körperlichem Schmerz. Durch die Ausschüttung von dem Stresshormon Cortisol steigt das Stresslevel des Kindes an und es wird ängstlicher und immer gestresster. Es kann sich nicht alleine aus dieser Situation befreien, sondern ist auf Hilfe von aussen angewiesen um sich zu regulieren. Wird ihm diese Hilfe verwehrt, hört es zwar irgendwann auf zu schreien, aber aus Erschöpfung und Resignation. Und damit ist ein Stückchen Urvertrauen, Bindung und seelische Gesundheit des Kindes zerstört.


Erfährt ein Baby in der überaus wichtigen frühkindlichen Prägungsphase keine Reaktion auf sein Weinen, also auf das Mitteilen seiner Bedürfnisse, können die Folgen für das weitere Leben des Kindes fatal sein. Bindungsprobleme, Depressionen und Traumata sind nur ein Teil der möglichen Folgen, die auf kontrolliertes Schreienlassen zurück geführt werden können.


Es ist unsere Aufgabe als Eltern, aus unseren Kindern gute, ehrliche und seelisch gesunde Menschen zu machen, damit sie ihr Leben glücklich und zufrieden meistern können.

Ferbern funktioniert- aber der Preis ist eine zerstörte Kinderseele