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Tragen mit Hilfsmitteln
Wenn Orthesen, Schienen oder medizinische Unterstützung zum Alltag gehören
Manche Babys brauchen zeitweise medizinische Unterstützung – zum Beispiel durch Hüftschienen, Orthesen oder andere Hilfsmittel. Für viele Eltern stellt sich dann ganz automatisch die Frage: Darf ich mein Baby trotzdem tragen?
Die gute Nachricht: In vielen Fällen ist Tragen möglich – und kann sogar eine wertvolle Ergänzung im Alltag sein. Wichtig ist dabei eine individuelle Betrachtung: jedes Hilfsmittel, jedes Kind und jede Situation ist anders.
Grundsätzliches vorab
Tragen als Begleitung – nicht als Ersatz
Tragen ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung. Es kann jedoch – richtig eingesetzt – eine sinnvolle Ergänzung sein: für Nähe, Regulation, Sicherheit und Alltagserleichterung.
Entscheidend ist immer:
- das konkrete Hilfsmittel
- die Vorgaben von Ärzt:innen oder Therapeut:innen
- das Wohlbefinden Deines Babys
- und Dein eigener Körper
Welche Hilfsmittel kommen häufig vor?
Hüftschienen & Spreizhosen
Bei Hüftdysplasien oder -reifungsstörungen werden häufig Hüftschienen eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass die Hüftköpfe zentriert in der Pfanne liegen.
Viele dieser Hilfsmittel lassen sich gut mit dem Tragen kombinieren – vorausgesetzt, die vorgegebene Beinhaltung wird nicht verändert und die Tragehilfe passt sich der Schiene an (nicht umgekehrt).
Orthesen & Lagerungshilfen
Orthesen können Arme, Beine oder den Rumpf betreffen. Hier ist besonders wichtig, dass:
- kein zusätzlicher Druck entsteht
- das Hilfsmittel korrekt sitzt
- das Baby gut beobachtbar bleibt
Therapeutische Besonderheiten
Manche Babys erhalten Hilfsmittel im Rahmen physiotherapeutischer oder neurologischer Behandlungen. Tragen kann hier helfen, Bewegungserfahrungen in den Alltag zu übertragen – immer in Rücksprache mit dem Behandlungsteam.
Warum Tragen trotz Hilfsmitteln wertvoll sein kann
Regulation, Nähe und Alltagssicherheit
- Regulation: Herzschlag, Atmung und Bewegung helfen vielen Babys, zur Ruhe zu kommen.
- Körperwahrnehmung: Nähe und Begrenzung fördern das Spüren des eigenen Körpers.
- Bindung: Medizinische Maßnahmen können Distanz erzeugen – Tragen schafft Nähe.
- Alltag: Eltern bleiben beweglicher, Hände frei, Wege leichter.
Viele Familien berichten, dass Tragen mit Hilfsmitteln nicht nur den Babys, sondern auch ihnen selbst Sicherheit gibt – emotional wie praktisch.
Worauf Du unbedingt achten solltest
- Immer Rücksprache mit Ärzt:innen oder Therapeut:innen halten
- Tragehilfe an das Hilfsmittel anpassen – nicht umgekehrt
- Atmung, Hautfarbe und Körperspannung regelmäßig beobachten
- lieber kurze, ruhige Trageeinheiten als lange Belastung
Wenn Du unsicher bist, kann eine Trageberatung mit therapeutischem Hintergrund sehr hilfreich sein – besonders beim ersten Anlegen.
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