Der Beckenboden und das Babytragen | HOPPEDIZ

Beckenboden & Babytragen
Wie Du Dich nach der Geburt stabil fühlst – und Tragen Dich dabei unterstützen kann
Dein Beckenboden leistet in Schwangerschaft und Geburt enorm viel. Danach braucht er Zeit – und gute Bedingungen, um wieder in Kraft zu kommen. Die gute Nachricht: Tragen kann Deinen Alltag deutlich erleichtern – wenn Du dabei auf Haltung, Tragehöhe und ein festes Anlegen achtest.
Hier findest Du fundiertes Wissen und praktische, alltagstaugliche Hinweise – liebevoll, ohne Druck.
Was ist der Beckenboden – und warum ist er so wichtig?
Deine stabile Mitte für Alltag, Haltung und Wohlgefühl
Der Beckenboden ist ein Zusammenspiel aus Muskeln und Bindegewebe, das Dein Becken nach unten „abschließt“. Er trägt und stabilisiert – unter anderem Blase, Gebärmutter und Darm – und unterstützt Dich bei einer aufrechten Haltung.
In der Schwangerschaft arbeitet der Beckenboden unter Dauerbelastung: Baby, Gebärmutter und Plazenta werden schwerer, der Druck nach unten nimmt zu. Unter der Geburt wird das Gewebe stark gedehnt. Danach ist es ganz normal, wenn sich die Mitte zunächst weich, „unbekannt“ oder weniger stabil anfühlt.
Rückbildung und gezielte, sanfte Aktivierung helfen, die Funktion wieder aufzubauen. Das darf Schritt für Schritt passieren – in Deinem Tempo.
Was Tragen mit Deinem Beckenboden zu tun hat
Haltung, Druckverteilung und die richtige Einstellung machen den Unterschied
Wenn Du Dein Baby nah am Körper trägst, kann das Deinen Alltag körperlich entlasten – vor allem im Vergleich zum einseitigen „Armtragen“ oder dem Tragen schwerer Babyschalen. Entscheidend ist dabei: Tragehilfe oder Tragetuch müssen fest genug sein, damit Dein Körper aufgerichtet bleiben kann.
4 Punkte, die Deinen Beckenboden beim Tragen spürbar entlasten
- Fest anlegen – für eine aufrechte Haltung: Ist die Trage zu locker, rutschst Du leicht in eine Rundrücken-Haltung. Das kann den Druck nach unten erhöhen. Sitzt Dein Baby hingegen nah und stabil, fällt es Dir leichter, Dich aufzurichten – und Dein Beckenboden wird weniger „nach unten“ belastet.
- Tragehöhe: „Kopf-Kuss-Höhe“ als guter Richtwert: Trägst Du Dein Baby angenehm hoch, bleibt Dein Körperschwerpunkt besser über den Füßen. Das unterstützt Rücken, Atmung und die Zusammenarbeit von Rumpf und Beckenboden.
- Beide Schultern gleichmäßig belasten: Einseitiges Tragen (auf der Hüfte/auf dem Arm) ist für viele schnell spürbar anstrengender. Achte darauf, dass Du die Last symmetrisch trägst – das tut Rücken und Beckenboden gut.
- Mit zunehmendem Gewicht: Rückentragen entlastet: Wenn Dein Kind größer und schwerer wird, ist Rückentragen für viele Eltern deutlich angenehmer. Es kann Dich aufrichten, verteilt das Gewicht günstig und schafft vorne wieder mehr Bewegungsfreiheit. Wenn Du unsicher bist, lohnt sich eine Trageberatung – gerade für den Einstieg.
Wenn Du gerade erst geboren hast: Starte mit kürzeren Tragezeiten und steigere langsam – so wie es sich für Dich gut anfühlt. Dein Körper darf sich wieder an neue Belastungen gewöhnen.
Das Allerwichtigste: Achte auf Deinen Körper
Signale ernst nehmen – Pausen sind Teil der Rückbildung
Tragen soll Dich unterstützen – nicht überfordern. Wenn Du eines der folgenden Zeichen bemerkst, gönn Dir eine Pause und reduziere die Tragedauer:
- Druck- oder Fremdkörpergefühl „nach unten“
- Schmerzen im Beckenring, an der Symphyse oder am Steiß
- Gefühl von Instabilität, Schwere oder deutlicher Erschöpfung
Wenn Du unsicher bist, sprich mit Deiner Hebamme, Deinem/deiner Gynäkolog:in oder – bei anhaltenden Beschwerden – mit einer spezialisierten Physiotherapie (Beckenboden).
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